ErzählCafé

Die Veranstaltungen des KREATIVHAUS ErzählCafés.

ErzählCafé mit Mechthild Ewers, Oktober 2002

„Steter Tropfen höhlt den Stein“
Eine Friedensbewegte erzählt

Wer hat diesen Spruch nicht schon gehört, wer ihn nicht schon selber zitiert? Oft nur einfach so, gedankenlos. Die Erzählerin Mechthild Ewers, Jahrgang 1925, weiß von seiner Tiefgründigkeit. Ihr eigenes Lebensmotto könnte nicht zutreffender formuliert werden.

Wie viele andere ihrer Generation hat das Kriegsge-schehen auch sie entscheidend geprägt. Sie war 14, als der Krieg ausbrach, und einige Wochen verheiratet bei Kriegsende. Die schrecklichen Erlebnisse brauchten lange, um verarbeitet zu werden. Es kam die Zeit, da die Söhne Rechenschaft von den Vätern forderten. Ihre drei Söhne ver-tieften sich in Marx’sche Lehren. Sie wollte es auch wissen, und zwar richtig und gründlich. Über die Lehrergewerkschaft – sie war Erzieherin in der ersten Westberliner Ganztags-schule – nahm sie Kontakt zum Sozialistischen Lehrerbund auf.

Dann kam die Stationierung von Atomraketen in West-deutschland. Immer mehr engagierten sich für den Frieden und gegen neue Waffen. Die ersten Friedensgruppen wurden in den achtziger Jahren in Westberliner Stadtteilen tätig. Ihre war in Wilmersdorf und besonders aktiv. Der gemein-same Minimalkonsens lautete: „Wir wollen leben und die Erde bewohnbar erhalten“. Die gegenwärtige brisante politische Lage erfordert wieder das Engagement jedes Einzelnen. Jeder ist wichtig im Chor der Stimmen für eine friedliche, humane Welt. Die Stimme Mechthild Ewers ist deutlich vernehmbar dabei.

Mechthild Ewers besuchte das ErzählCafé im Oktober 2002.

ErzählCafé mit Hans-Hermann Auersch und Dr. Martina Weinland, September 2002

„Gemeinsam lernen von Alt und Jung“

Wen beschleicht es nicht, das dumpfe Gefühl im Magen, in Erinnerung an so manche Mathe-Schulstunde?
Es kann anders gehen.
Davon ist der im Jahre 1921 geborene ehemalige Sozialarbeiter Hans-Hermann Auersch überzeugt.
Beruf wie auch persönliche Erfahrungen mit seinen eigenen Kindern brachten ihm die Erkenntnis, Mathematik und Geometrie als Denkgymnastik und Übungsfeld der Kreativität, des schöpferischen Denkens, des Problemlösens aufzufassen.
Er baute 1967 den Arbeitskreis „Lehrreiche Spiele“ auf, hielt Vorträge, verfasste Informationsschriften, machte Ausstellungen, entwickelte Spiele.

Spiele: das Stichwort, um Frau Dr. Martina Weinland vorzustellen.
Sie ist Leiterin des Museums „Kindheit und Jugend“, das frühere Schulmuseum, in dem 200 Jahre Schulgeschichte dokumentiert sind.
Nicht nur das: Kinder, Lehrer, Eltern, Großeltern können alte Kinderspiele entdecken und wieder entdecken, Papierbasteleien machen, die in Vergessenheit geraten sind und und und.
Kurz: das „Begreifen“ fördern und den Spaß daran.
Das Interesse des anwesenden Publikums war so groß, dass der Tisch des Spiele erklärenden Herrn Auersch dicht umlagert war – zu Recht!

Hans-Hermann Auersch und Dr. Martina Weinland besuchten das ErzählCafé im September 2002.

ErzählCafé mit Dr. Joachim und Regina Müller, Mai 2002

Tibet – Eindrücke in einem besetzten Land
 „Menschen, die den Frieden lieben“

Eine platonische Liebe über tausende Kilometer seit über vierzig Jahren, dann auf einmal am Ziel sein und die einzigartige Schönheit genießen können ...

Der Traum des Ehepaares Dr. Joachim und Regina Müller ging nach der Wende in Erfüllung. Im Jahre 1991 betraten sie zum ersten Mal das Land, von dem sie so viel gelesen, so viele Fotos gesehen hatten: Tibet. Das Dach der Welt. Ein Hochplateau, umgeben von den höchsten Gebirgen der Erde und schwer zugänglich. Eine Herausforderung für das Ehepaar, der sie sich gern stellten, sahen sie doch nun mit eigenen Augen diese wunderbare Landschaft und deren beeindruckende Bewohner.

Etwa im 6. Jahrhundert begann die Besiedelung. Die Tibeter waren einstmals gefürchtete Krieger. China und Nepal entsandten zwecks Friedensstiftung jeweils eine Königstochter nach Tibet. Mit Erfolg, sie wurden nicht nur Ehefrauen, sondern brachten eine neue Religion mit, den Buddhismus, der sich als Lamaismus durchsetzte.

In der jüngeren Vergangenheit, 1950, kamen keine Königstöchter, sondern Invasoren aus China, die Klöster zerstörten, Mönche verfolgten, in Zwangsarbeitslager brachten oder erschossen. Erst nach Maos Tod konnte das religiöse Leben wieder aufgenommen werden. Der seitdem im Exil lebende Dalai Lama hofft, dass sein Land einen autonomen Status erlangt und kulturell und wirt-schaftlich unabhängig wird. Wieder ein Traum, der eines Tages Realität werden könnte.

 Dr. Joachim und Regina Müller besuchten das ErzählCafé im Mai 2002.

ErzählCafé mit Brigitte Schwerk, April 2002

Erzählungen aus einem Leben in der Entwicklungshilfe in Indien und Afrika
 „Wie die Schnecke das Feuer eroberte“

Eine Schnecke und Entwicklungshilfe, wie geht das zusammen?
Ganz einfach. Beides markiert Berufsfelder der 1927 geborenen Erzählerin Brigitte Schwerk.
Angefangen hat alles mit der Ausbildung zur Sozialarbeiterin im Evangelischen Johannesstift in Berlin.

Dann leitete sie die Jugendarbeit im Neuköllner Nachbarschaftsheim. Dort kreuzte ein junger Architekturstudent ihren Weg.

ErzählCafé mit Hildegard Dockal, März 2002

„Gebrauchsanweisung für’s Leben“

Das ist nicht nur der Titel dieser Veranstaltung, sondern auch der des von Hildegard Dockal geschriebenen Buches.
Die hochbetagte Erzählerin möchte den LeserInnen und in diesem Fall ZuhörerInnen Mut machen, selbst in schweren Zeiten „Ja“ zum Leben zu sagen.

Den Kampf ums Überleben hat sie oft genug aufnehmen müssen.

ErzählCafé mit Irmgard Schramm, Februar 2002

„Rittergut Neuruppin – Aus der Sicht einer Angestellten 1943 bis 1945“

Rittergüter, das waren landwirtschaftliche Großbetriebe im deutschen Osten.
Wurden diese großen Anwesen nicht von Adligen bewirtschaftet, die in schönen Schlössern wohnten?

Nicht immer, wie die Erzählerin Irmgard Schramm berichtet.
In der Neuruppiner Gegend wohnte die Herrschaft etwas schlichter in mehr oder weniger großen Gutshäusern.

Der Lebensweg der Irmgard Schramm führte im Herbst 1943 auf einen Gutshof bei Anklam.

Sie hatte die Ausbildung zur landwirtschaftlichen Rechnungsführerin gerade hinter sich und das erste Vorstellungsgespräch vor sich.
Der Herr Gutsbesitzer hatte offenbar eine weibliche Person erwartet, die nicht nur die Buchführung machen sollte ...

Der nächste Versuch klappte, der „gnädige Herr“ war verheiratet.
Er ließ die noch nicht 19-Jährige am frühen Morgen antreten und oft am späten Abend noch Briefe schreiben, die am nächsten Tag zur Post mussten.
Hatte sie wieder mal die Schweine zur Gewichtskontrolle zusammen zu treiben, fühlte sich die „gnädige Frau“ von entsprechenden Gerüchen bei den gemeinsamen Mahlzeiten belästigt.
Apropos Mahlzeiten: Oft war danach noch reichlich Platz im Magen.
Wahrlich kein Schlaraffenland! Aber das war in den Kriegsjahren so gut wie nirgendwo ...

Irmgard Schramm besuchte das ErzählCafé im Februar 2002 und im Januar 2004.

Hier ein kurzer Video-Schnipsel ihres Auftritts vom Winter 2002:

ErzählCafé mit Gisela Helm, Januar 2002

„Berlin ist aus dem Kahn gebaut“

Eine höchst zutreffende Behauptung ist, das frühere Baugeschehen in Berlin sei undenkbar ohne das Heranschaffen von Baumaterial auf dem Wasserweg.
Die Erzählerin Gisela Helm ist Vereinsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Schiffahrtsgesellschaft e. V.
Schon Eltern und Großeltern schipperten mit Lastkähnen von Berlin nach Stettin und zurück.
Eine dieser Fahrten endete 1937 mit einem Mitglied mehr an Bord – der heutigen Erzählerin.

ErzählCafé mit Ingeburg Seldte, Dezember 2001

„Kindheit in der Luisenstadt“

Die Erzählerin Ingeburg Seldte, Jahrgang 1920, unter-nimmt eine Zeitreise in das Berlin der zwanziger Jahre. In die Luisenstadt zwischen Spreearm und Landwehrkanal.
Bürgerliche Wohlanständigkeit hinter gepflegten Fassaden, aber auch bittere Armut in dunklen Hinterhäusern und -höfen.
Mitunter ein penetranter Gestank nach Müll und Abwasser vom Luisenstädtischen Kanal her.
Bis er zugeschüttet wurde und ein zweites Dasein als Grünanlage begann.

ErzählCafé mit Ilse-Maria Dorfstecher

Ein Lied von Kunst, besonders von Frauenkunst

Ilse-Maria Dorfstecher, Regisseurin, Kunstwissenschaftlerin, Galeristin, Trägerin des Berliner Frauenpreises  und Förderin von Frauenkunst berichtete am 12. Mai 2007 im ErzählCafé von ihren vielfältigem Engagement.
Fast widerstrebend hat Ilse-Maria Dorfstecher den Berliner Frauenpreis angenommen.
Die Regisseurin mit mecklenburgischem Naturell agiert lieber im Hintergrund.

ErzählCafé mit Ino Kolbe

Esperanto – eine Sprache für den Frieden?

Ino Kolbe (93), wuchs mit  Esperanto als Muttersprache auf.
Am 22. September 2007 berichtete sie im ErzählCafé von ihrer lebenslangen Erfahrung mit der Sprache der Hoffnung.  

ErzählCafé mit Claudia M. Melisch

Der Petriplatz: Baustelle, Grabungsstätte und neuer Stadtplatz

Die Archäologin Claudia M. Melisch schilderte am 21. April 2007 im ErzählCafé ihre Arbeit auf dem Petriplatz in Berlin Mitte und das, was sie unter dem Pflaster zu finden hoffte. 
 

ErzählCafé mit Dr. Hans-Werner Linke

Mit der Asso V den Himmel stürmen

Dr. Hans-Werner Linke berichtete am 17. März 2007 im ErzählCafé, wie er mit einer Gruppe Jugendlicher ein Flugzeug baut, mit dem sie, pünktlich zur ILA, 2008, aufsteigen wollen.

Seit November 2006 erleben das Jugendzentrum Johannisthal und die Marcel-Breuer-Schule in Treptow-Köpenick eine moderne Dädalus-Geschichte.
Nach 30 Einzelplänen fertigen der Geologe Hans-Werner Linke und etwa 20 Jugendliche ein Ultraleichtflugzeug für zwei Personen.

ErzählCafé mit Eva Bittner

Nicht Mangel, Reichtum bringt uns zusammen

Elvira Seifert, Georg Oestreich und Eva Bittner berichteten am 20. Januar 2007 im ErzählCafé von der Arbeit des ältesten Altentheaters in Deutschland – dem Theater der Erfahrungen.
Der Ostschwung, - sein Name ist Programm - ist vielleicht die politischste der unter dem Dach des Theaters der Erfahrungen spielenden Gruppen.

ErzählCafé mit Hellmut Stern

Berlin, China, Israel, die USA, Berlin: Stationen einer Lebensreise

Hellmut Stern, Kosmopolit, Jude, Musiker und langjähriges Mitglied des Berliner Philharmonischen Orchesters, berichtete am 17. Februar 2007 im ErzählCafé von Flucht und Rückkehr.

1938 verließ Hellmut Stern im Alter von 10 Jahren mit seinen Eltern Deutschland. Flucht- und Reiseziel war die mandschurische Stadt Harbin.

ErzählCafé mit Ursula Ziebarth

Vom Sammeln und Reisen - auch mit Gottfried Benn - berichtete Ursula Ziebath den Gästen des ErzählCafés am 9. Dezember 2006.
Die Früchte ihrer Reise- und Sammeltätigkeit bedecken die Wände und Fußböden der Wohnung.
Sie füllen Regale und Schränke, den Flur, die Küche, das Wohnzimmer und mehrere Kellerräume.
Es sind Bilder und Bücher, vor allem aber Figuren und Skulpturen. 

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